#Stayhome und verreise trotzdem- Hier gibt's noch viel mehr Tipps gegen Langeweile -


Es ist nicht viel los. Gut so, wir sollen uns ja schließlich fern halten voneinander — und trotzdem bleiben wir alle stehen, atmen die plötzlich so frischsalzige Luft ein, die hier seit Jahren nicht zu spüren war. Das Wasser ist blau, strahlend blau, wir können bis auf den Grund sehen, der Sand ist hell und weich, die Gischt umspielt die Muscheln, die unter der Oberfläche tänzeln. Die Welt scheint verdreht. Und etwas anderes scheint wieder in Balance zu kommen.

Die Bilder berühren mich: die Lagune in Venedig klar und blau, chinesische Wolkenkratzer ohne Smog-Schatten, blühende Natur überall. Das alles in Zeiten, in denen wir Menschen leiden, hoffen, bangen, uns fürchten, uns so entfernt voneinander fühlen wie kaum jemals zuvor. Vielleicht, denke ich mir in letzter Zeit oft, vielleicht…können wir die Welt in ihrem jetzigen Zustand als Chance sehen? Als Chance, unser Reiseverhalten zu überdenken?

Denn seien wir ehrlich: Im Sinne der Nachhaltigkeit sind Flüge, ausufernde Trekking-Trips, Kreuzfahrten und ähnliches nicht. Wenn wir innehalten und nicht mehr in der Lage sind, die Länder dieser Welt mit unserer Reisewut zu überlaufen, holt sie Luft, die Welt, deren Schönheit und Zauber wir doch eigentlich entdecken wollen.

Deswegen schließe ich mich Birte zum virtuellen Reisen an und habe meine #Stayhome-Sammlung zusammengestellt:

Reisefoto-Revival machen

Mach es dir gemütlich, hol die Fotos all deiner vergangenen Reisen raus und erinnere dich daran, wie sehr du diese eine Reise genossen hast. Denke daran, was du unternommen, welche Menschen du getroffen, welche Momente du genossen hast. Wenn du Lust hast, bastle ein Fotobuch aus losen Bildern oder erstelle eine kleine Diashow mit Musik aus den digitalen Dateien.

Musik aus dem Reiseland auflegen

Apropos Erinnerung: Leg dir doch die Musik aus dem Land auf, in dem du zuletzt gewesen bist! Das können lokale Künstlerinnen und Künstler sein, landestypische Musik oder ein Song, der dich in deine Lieblingsreise zurückversetzt. Augen zu und träumen. Bei mir läuft übrigens der Soundtrack zum Musical &juliet, das ich im Januar in London gesehen habe, ohne Unterbrechung…

Virtuelles Museum besuchen: 500 Jahre Raffael

Birte hat dir schon berichtet, wie vielfältig die Museenlandschaft immer noch sein kann, auch während du zuhause bleibst. Mir gefällt besonders die Aktion eines virtuellen Museums, die Musement auf die Beine gestellt hat, denn diesen Frühling hatte ich eigentlich eine Reise nach Italien geplant, um mich zum 500. Todestag von Maler, Architekt und Ausnahmekünstler Raffaello Sanzio, bekannt als Raffael, von vielen seiner Werke begeistern zu lassen. Stattdessen kann ich jetzt nach Land und Ausstellungsort im virtuellen Museum durch über hundert seiner Werke scrollen und alles über die einzelnen Stücke erfahren. Eben habe ich mir den Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen aus dem Louvre angesehen – auch ganz angenehm, so vom Balkon aus, anstatt sich durch überfüllte Menschenmassen und hochgehaltene Regenschirme zu quetschen. Man mag darüber diskutieren, um mit Walter Benjamin zu philosophieren, ob da nicht die Aura, also das Gesamterlebnis des Kunstwerks, auf der Strecke bleibt. Vielleicht. Aber für den jetzigen Moment kann ich mir nichts Schöneres vorstellen.

Koche dich durch die Welt

Zwar kannst du gerade nicht auf einem thailändischen Markt nach Lust und Laune schlemmen oder dir auf einer griechischen Insel ein Picknick zaubern. Warum holst du dir nicht trotzdem den Geschmack der Reisen nach Hause? Auf dem Blog findest du zum Beispiel Birtes Variante des Schwedischen Schokokuchen Kladdkaka oder meinen Indonesischen Reispudding Bubur Ketan Hetam. Andere tolle Reiserezepte findest du auch beim Foodblog Reisehappen.

Eine Postkarte schreiben

Schreib doch mal wieder – Postkarten kriegt nämlich jeder gern, egal woher. Wenn du schon nicht aus exotischen Orten vom Ende der Welt einen Brief versenden kannst, dann verschicke doch einfach mal liebe Grüße aus deiner Heimat an die Menschen, die dir am Herzen liegen.

Virtual Reality – Boom im Reisemarkt

In diesem Jahr hat der Digitalverband Bitkom (nicht zum ersten Mal!) bekanntgegeben, dass Virtual Reality (VR) für die Reisebranche immer wichtiger wird. Von 105 befragten Unternehmen der Reiseindustrie sagen drei Viertel, dass das Reisen via VR in fünf Jahren sehr verbreitet sein wird. Heißt: Statt uns in ein Flugzeug zu setzen und uns die historischen Stätten von Petra in Jordanien anzusehen, setzen wir uns gemütlich zuhause unsere VR Brille auf und tauchen ein, als wären wir tatsächlich vor Ort. In neue Welten und in neue Erlebnisse.

Zwar denke ich, dass virtuelle Welten nie vollkommen ersetzen können, was wir in der Realität erleben würden. Trotzdem hat VR etwas für sich: keine Flugkosten. Nachhaltigeres Reisen. Weniger Umweltsünde. Schutz der Kulturböden.

Das Programm Il Divino ist ein VR-Erlebnis, mit dem man in die Sixtinische Kapelle eintauchen kann. Michelangelos Decken- und Wandgemälde so nah, wie es in der wirklichen Welt nie möglich wäre. Möglich ist dieses Technikwunder durch die sogenannte Fotogrammetrie. Dabei verknüpft man diverse Fotografien eines Raums zu einem 3D-Modell, Algorithmen helfen dabei. Der Trailer des Programms macht Lust auf mehr:

Spannend ist auch die VR-App Nefertari: Journey to Eternity. Es geht tief hinunter in die bedeutende Grabkammer der Königin Nefertari aus der ägyptischen Hochkultur, sprechende Gemälde und düstere Gänge inklusive.

Gutes VR Equipment gibt es mittlerweile erschwinglich für Zuhause zu kaufen.

Konzerte im Stream

Noch so eine Reise, die für mich gerade ausfällt: Ich wollte ein paar Konzerte besuchen, unter anderem auch in Italien. Deswegen heben solche Initiativen gerade meine Stimmung, die uns Musik- und Kunstliebhabern eine Freude machen wollen. Das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe wartet beispielsweise mit der Feminale der Musik auf, einem digitalen Festival, das Komponistinnen wie Isabella Leonarda und Rebecca Saunders ehrt, deren Namen man kaum kennt. Das Ganze findet vom 6. April bis zum 1. Mai 2020 täglich von Montag bis Freitag natürlich online statt und ist völlig kostenfrei. Auch die Deutsche Oper Berlin zeigt ein tolles Streaming-Programm, das Interkulturelle Zentrum Heidelberg bietet CoronaReadings und CoronaConcerts.

YouTube-Reise

Auch sonst schaue ich mir gerne Reise-Tagebücher und Vlogs auf YouTube an, aber aktuell suchte ich so richtig: Von Sailing La Vagabonde bekomme ich nie genug, auch die Videos von Joannas Essentials mag ich gern. Besser als das abendliche Fernsehprogramm, wie ich finde ;-)

Freizeitparks ganz virtuell: Disney POV Rides

Ja, ich liebe Freizeitparks, besonders in anderen Ländern. Disney-Fan bin ich sowieso, seitdem ich in Paris einen wunderbaren Tag im Disneyland verbracht habe. Zum Glück lässt uns Disney nicht im Stich: Mit den POV Rides, also den Point of View Fahrten, sind wir quasi mit dabei. Und ich freue mich schon jetzt, wenn ich endlich diese Fahrt hier auch ganz real mitmachen kann.

Balkonien ahoi

Du hast das Glück, einen Balkon oder einen eigenen Garten zu haben? Mach dir dein eigenes Inselparadies draus. Balkonmöbel raus, Lampions und Lichterketten, neue Pflanzen, eigenes Gemüse anbauen, abends Kerzen und Fackeln anzünden, eine Hängematte aufbauen, den ersten Mini-Swimmingpool für die Abkühlung. Und jetzt noch eine Piña Colada im Liegestuhl…

Reisemagazine lesen

Egal ob du lieber atemberaubende Reisefotos vom Amazonas bewunderst oder Reportagen aus der antarktischen Wildnis liest: In der Welt der Reisemagazine ist für jeden was dabei. Mein Lieblingsmagazin ist The Fernweh Co., deren Chefredakteurin Elisaveta ich für den Blog interviewen durfte. Andere tolle Magazine sind zum Beispiel das Time is Now Co. oder das Nordic Surfers Mag aus Schweden.

Schreibe eine Reisegeschichte

Manchmal wird man beim Reisen ja zum Nachwuchsphilosophen. Naja, vielleicht nicht ganz. Aber ich habe mit den Jahren ein paar ziemlich gute Beobachtungsskills entwickelt, wenn es um das ausspionieren – huch, Verzeihung – bestaunen meiner Mitmenschen geht.

Am liebsten male ich mir dann tausende Geschichten über diese Menschen aus. Vielleicht möchtest du es auch versuchen? Erinnere dich an die Menschen, die dir vielleicht nur zufällig beim Reisen über den Weg gelaufen sind und schreibe deine eigene Reisegeschichte über sie.

#supportyourlocals

Vielleicht ist dir gerade nicht danach, neues Reiseequipment zu kaufen, in einen neuen Schneeanzug zu investieren oder dir auszumalen, wie lange du noch warten musst, bis du wieder auf dem Surfbrett in den Wellen Portugals stehen kannst. Doch viele Geschäfte, die uns mit den Dingen versorgen, die wir gern für unsere Reisen kaufen, leiden jetzt. Unterstütze einen lokalen Händler, kaufe dir einen Gutschein und freue dich auf deine nächste Chance, dich für eine Reise einzudecken. Für alle Norddeutschen Fans von #vanlife und Surfer-Style: Schau doch mal im Saltwater Shop vorbei.

Reise in die Zukunft

Und weil Vorfreude auch die schönste Freude sein kann, wenn es um die nächste Reise geht: Recherchiere. Plane. Nimm dir einen Atlas, lies Bücher, Blogs und Reiseführer, lerne über deine Reiseträume, die Kultur des nächsten Traumlands, sieh dir Dokumentationen und Filme an, plane deinen Reiseverlauf, finde die schönsten Unterkünfte, stelle dir ein Budget auf. Egal, wie lang es dauern wird – bleibe zuversichtlich. Deine nächste Reise wird kommen.

Hast du noch mehr Reisetipps für zuhause?

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Verpasse den Beginn der nächsten Reise nicht…

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Du brauchst noch mehr Ideen?

Lies doch hier bei Birte weiter in Teil 1 von #Stayhome und verreise trotzdem oder in ihrem Text zum Thema Staycation und Holistay.