Sieh's doch mal so …- Was ich an der Corona-Quarantäne mag -


Alle wollten Entschleunigung. Und jetzt? Scheint jeder froh zu sein, wenn er oder sie endlich wieder zurück in die zwischenzeitlich schon herbeigesehnte Hektik des Alltags darf. Dabei war es doch so schön, oder etwa nicht? Nach drei Monaten Quarantäne ziehe ich mal ein Fazit.

Ja, die Wucht, mit der die Ruhe kam, war schon heftig. Denn plötzlich ging nichts mehr, blieben Flugzeuge am Boden, kehrten Reisende heim, wurde der Gang zum Supermarkt zum Höhepunkt der Woche. Endlich mal wieder unter Leute. Ging’s euch auch so?

Trotzdem ist etwas, das ich anfangs nicht für möglich gehalten habe, irgendwann für mich Realität geworden: Ich konnte ganz viele tolle Aspekte an Corona entdecken. Beispiele gefällig?

Weniger Arbeit

Als Selbstständige sind bei mir, wie bei den meisten anderen auch, manche Aufträge weggebrochen. Plötzlich hatte ich freie Zeit, die ich mit eigenen Ideen füllen konnte. Die Wilde Pracht wurde geboren und ganz bald geht noch ein weiteres Projekt von mir online. Davon berichte ich dir hier natürlich, denn wenn du den Blog magst und regelmäßig liest, könnte meine Idee auch etwas für dich sein. Es hat nämlich mit Reisen, viel Natur, Ruhe und Einsamkeit (im positiven Sinne) zu tun. Neugierig?

Wie hast du die neugewonnene Zeit für dich genutzt? Was war das Schönste, das du gemacht hast, für das dir vorher die Zeit fehlte?

Weniger Shoppen

Mit shoppen kann man mich ja jagen, deshalb hat die Tatsache, dass die Läden vorübergehend geschlossen waren, in meinem Leben keinen Unterschied gemacht. Von anderen habe ich gehört, dass sie plötzlich gemerkt haben, dass sie vieles gar nicht brauchen (vielleicht auch dank des nächsten Punktes) und zumindest in meiner Blase haben einige ihr Konsumverhalten in den ruhigen Minuten mal überdacht. Als dann die Idee mit den Konsumgutscheinen auftauchte, war zumindest in meinem Umfeld eine häufige Reaktion: „Und jetzt sollen wir auch noch Dinge kaufen, die wir gar nicht brauchen?“ Wenn ich mir jetzt vorstelle, vor Corona hätten uns die Politiker Geld nur für den Umstand versprochen, dass wir es auch ausgeben – wäre die Reaktion damals dieselbe gewesen?

Mehr Zeit

Die habe ich vor allem genossen und genutzt … zum ausmisten. Im Haus und im Leben. Haha, manch einer, der mich kennt, fragt sich jetzt, was ich noch ausmisten kann, nachdem unser Leben vor kurzem noch in eine Ein-Quadratmeter-Box passte und das – ohne Möbel natürlich – auch sofort wieder funktionieren würde. Lasst euch gesagt sein: Es gibt immer etwas!

Viel mehr noch aber habe ich mir meinen Kalender mit den regelmäßigen Terminen und meine To-Do-Liste geschnappt und überlegt: Sind die Punkte wirklich alle nötig? Gehört das da alles hin? Und dann habe ich über die Wochen gestrichen, was ich künftig auch nach Corona mal lassen will, aber auch ganz fett markiert, was ich richtig doll vermisst habe. Damit ich mir das später nochmal in Erinnerung rufe und etwas mehr wertschätze.

Mehr Zuhause

Ist es nicht verrückt, wie wenig Zeit wir in unserem Zuhause verbringen? Also ehrlicherweise muss ich ja sagen, dass das für mich nicht gilt, weil ich auch vor Corona schon im Home Office gearbeitet habe, aber ich kenne sooo viele, die ihre eigenen vier Wände in den letzten Wochen gefühlt nochmal ganz neu kennengelernt haben. Da wurden Stühle und Tische gerückt und die Schlangen vor dem Baumarkt sprachen ja wohl auch für sich, oder? Also ich finde zuhause bleiben herrlich!

Mehr Reisen

Mehr Reisen? Ja, definitiv mehr Reisen! Nicht in die Ferne, aber vor der eigenen Haustür. Die Felder rund um meinen Wohnort kenne ich jetzt in- und auswendig. Den ehemaligen Grenzstein, der mir vorher nie aufgefallen ist, den Wanderweg, der praktisch vor meiner Haustür und quer durch die Stadt führt und die Blumen auf dem Feld, denen ich nun schon seit Wochen beim Wachsen zusehe und die heute das erste Mal stolz ihre Blüten gezeigt haben.

Auf meinem Handy sind mehr Fotos aus der Natur als in jedem anderen Jahr zuvor. Und das finde ich schön.

Nächstes Jahr kann es dann aber auch mal wieder ein anderes Feld sein, ein anderes Land und vor allem ein anderer Grenzstein, wenigstens für ein paar Wochen. Denn mein Zuhause kenne ich jetzt.

Wie geht es dir in der Quarantäne?

Kannst du meine Gedanken nachvollziehen? Erzähle doch mal in den Kommentaren.

Und falls dir doch nach ein bisschen Ablenkung ist …

haben Julia und ich dir hier schon eine Reihe Tipps gegen Langeweile aufgeschrieben

Natürlich kannst du …

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