Auf den Spuren des Kapitäns- Der Kapitänsweg in Flensburg -


Eigentlich immer, wenn ich Freunde in meiner neuen Heimat Flensburg zu Besuch habe, laufen wir den Kapitänsweg entlang. Auf diesem kann man einem Kapitän aus dem 17. Jahrhundert bei seinem Weg durch die Stadt folgen. Und entdeckt ganz nebenbei die schönsten Ecken der Stadt.

Reepschlägerbahn

Ich beginne immer an der Reepschlägerbahn. Das ist eigentlich nicht ganz korrekt, denn hier kam der Kapitän offiziell erst kurz vor Ende seiner Tour an. Aber: Hier gibt es die besten (und manchmal kostenlosen) Parkplätze und man läuft erst einmal schön bergab. Früher haben hier die Reepschläger die Tauer für ihre Schiffe produziert.

Heiliggeistkirche

Weiter geht es zur Heiliggeistkirche. Hier wird seit dem 16. Jahrhundert der dänische Gottesdienst abgehalten. Lohnt sich, sie sich von innen anzuschauen, von außen ist’s aber auch schon toll.

St.-Marien-Kirche

Keine Sorge, gleich schauen wir uns auch nochmal etwas anderes als Kirchen an. Erst einmal besuchen wir aber St.-Marien-Kirche. Hier trauerten die Seeleute und ihre Angehörigen früher um jene, die auf dem Meer verschwanden.

Norderstraße

Weiter geht es in die Norderstraße und wie ich finde zum ersten richtigen Highlight. Von der Norderstraße habe ich dir hier auf dem Blog schon mal erzählt, denn dort hängen die berühmten Flensburger Schuhe an der Leine. Wenn es eine alternative Szene in Flensburg gibt, dann hier. Bei Tonys bekommt ihr die beste Pizza (klar, dass ich die jetzt erwähnen musste, oder?), außerdem entsteht hier gerade (2019) der erste Flensburger Unverpackt-Laden. Früher war hier im Hinterhof von Nummer 40-44 die Mastenmacherei zuhause.

Schifffahrtsmuseum

Hier beginnt der Kapitänsweg offiziell, denn hier ging der Kapitän früher als erstes an Land. Im heutigen Schifffahrtsmuseum war früher das Zollpackhaus beheimatet. Im Keller, wo früher der unverzollte Rum gelagert wurde, ist heute ein Rum-Museum.

Museumshafen

Den finde ich persönlich ja auch richtig cool! Denn neben historischen Segelschiffen könnt ihr euch hier den nachgebildeten Werftkran von 1726 anschauen.

Kompagnietor

Im Kompagnietor trafen sich die Kapitäne, um sich zuzuprosten und um arbeitswillige Matrosen und Steuermänner zu finden. Heute lohnt sich ein Blick auf das alte historische Gebäude.

Alter Schiffbrückplatz

Heute heißt er „Willy-Brandt-Platz“ und ist Kulisse  einer vergoldeten Bronzeskulptur. Die „Windsbraut“ steht vor der „Villa Mommse Bruhn“ – jenes Kaufmannes, der die Personen­schifffahrt mit Dampf­schiffen auf der Flensburger Förde erfand. Wer jemals auf der Flensburger Förde gesegelt ist, versteht gut, warum sich die Dampfschiffe so schnell durchsetzten und schnell zu einer großen Konkurrenz für die Segelschiffe wurden.

Hafenspitze

Für mich der zentrale Platz in Flensburg: Hier findet irgendwie alles statt. Und sie bietet einen tollen Blick sowohl auf das Ost- als auch das Westufer. Im Sommer gibt es ganz in der Nähe eine Beach-Bar, in der es sich gut aushalten lässt.

Fischereihafen

Das Fischereihandwerk hat in Flensburg bis heute Bestand. Hier könnt ihr ihnen dabei zuschauen, wie sie ihre Netze und Reisen trocknen und ausbessern.

Ballastbrücke

Warum Ballast? Weil hier die ausgehenden leeren Schiffe mit Sand beladen wurden.

Pilkentafel

Das Pilkenspiel heißt heute Billard und wurde früher in dieser kleinen Gasse gespielt. Heute befindet sich dort eine Theaterwerkstatt.

St.-Jürgen-Straße

Falls ihr manche Orte auf der Strecke auslasst – diesen solltet ihr unbedingt mitnehmen. In der St.-Jürgen-Straße stehen noch ganz viele alte Kapitänshäuser, die von ihren Besitzern aufwendig und liebevoll restauriert wurden. Auch wenn der Weg hinauf ein bisschen anstrengend ist: Der Blick auf den Hafen hoch oben von der Großen St.-Jürgen-Treppe lohnt sich!

Westindienspeicher

Im 19. Jahrhundert lagen hier die Rohstoffe aus Westindien, zu dem auch Martinique zählte. Daraus wurde der Flensburger Rum gemacht. Inzwischen befinden sich in den ehemaligen Lagerräumen Wohnungen und Büroräume.

Und damit endet unsere Reise durch Flensburg. Einmal den Berg hinauf und oben findet ihr euer Auto wieder. Bis zum nächsten Mal!

Eine Karte für den Kapitänsweg findet ihr übrigens online bei der Stadt Flensburg (PDF).

Habt ihr noch weitere Tipps für Flensburg?

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