Weil das Lesen so gut tut- Lesefutter für den Herbst und Winter -


Manchmal tut es so richtig gut, dem Alltag eine Pause anzusagen und stattdessen in eine andere Welt einzutauchen. Was also gibt es da Besseres, als richtig gute Bücher für den Herbst und Winter? Gänsehaut, Seelenwärme und Spannung inklusive. Zwei Bücher verlosen wir heute sogar.

The Offing von Benjamin Myers

Gehen, immer weiter, inmitten der Natur: Der junge Kriegsrückkehrer Robert fühlt sich dann frei und geborgen, wenn er unterwegs sein kann. In Bewegung, zwischen Wäldern und Wiesen und dem Meer. Anstatt sich sofort dem Bergarbeitertum seiner Familie zu verschreiben, bricht Robert auf, hin zur offenen See. Kurz vor dem Ziel seiner Reise lernt er Dulcie kennen. Die alte Frau lebt abgeschieden, unverheiratet, mit sich und ihrem Hund in einem Cottage in der Landschaft. Alles an Dulcie ist anders — und unkonventionell. Ihre Einstellungen zu Liebe, Religion, Freiheit, Eltern und Partnerschaft stellen Robert auf die Probe. Aus einem Nachmittagstee wird eine Übereinkunft. Während Robert Dulcie im Garten und im Haus hilft, nimmt sie ihn bei sich auf. Robert entdeckt eine Art des Lebens, die ihn für immer verändern wird — und er findet ein Manuskript mit Gedichten, das ihn nicht mehr los lässt.

Auf Deutsch erschien das Buch unter dem Namen Offene See. Ich habe das Original auf Englisch gelesen und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr bin ich in die Geschichte eingetaucht. Ein Buch, das die Seele wärmt, wenn der Sommer langsam vorbei geht und wir uns in den Herbst und Winter aufmachen.

Hexensabbat im Misox von Gerry Mottis

Seltsames geschieht im Misox: Das Tal im Schweizer Kanton Graubünden wird heimgesucht von Gewalt, Ausschreitungen, Aberglaube und Argwohn — und von Hexen.

Als der Scharfrichter urplötzlich und ungeklärt stirbt, übernimmt Kasper Abadeus das Amt des Hexenjägers, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Sein Schicksal ist kein leichtes, denn als Hexenjäger lebt er am Rande der Gesellschaft. Einsam und ausgegrenzt beginnt Abadeus eine Affäre mit Kräuterfrau und Dirne Saphira. Schnell merkt Abadeus, dass seine Verbindung mit Saphira nicht nur seine Aufgabe, sondern auch ihn selbst verändert…

Mottis hat seinen im 17. Jahrhundert angesiedelten Roman nicht nur seiner Fantasie überlassen: Die Geschichte erinnert an vier Hexenprozesse, die zwischen 1613 und 1615 im Misox, auch Valle Mesolcina genannt, tatsächlich stattfanden. Der Autor nimmt uns mit in ein erschreckend realistisches Bild der Lebensweise in dieser dunklen Zeit — und macht gleichzeitig neugierig auf eine Reise in dieses Tal südlich des San-Bernardino-Passes. Perfekt für dunkle Herbsttage mit einer guten Tasse Tee im Kerzenschein.

Ein Leben und eine Nacht von Anne Griffin

In einer irischen Hotelbar sitzt der 84-jährige Maurice Hannigan allein und erhebt seinen Drink: auf fünf Menschen, die er in seinem Leben gekannt, geliebt und auf die eine oder andere Weise verloren hat. Maurice ist kein Mann der Gefühle, doch in dieser letzten Nacht übermannen ihn die Tragödien, die Freude, Liebe, die Zweifel, genutzte und verpasste Chancen und Geheimnisse seines Lebens, die er nie teilen konnte. Jetzt finden die Geschichten ihren Weg.

Griffins Roman lässt mich seit dem ersten Lesen nicht mehr los, ich denke oft an die Geschichte und ihre Grundstimmung zurück: Wie viel machen wir eigentlich mit uns selbst aus? Wie viel Liebe zeigen wir wirklich? Die Autorin hat ihrem Maurice eine unvergleichliche Stimme geschenkt, die gleichzeitig rührend, urkomisch und tief traurig ist und in den Bann zieht. Ein Buch wie gemacht für die stille Zeit.

Circe von Madeline Miller

Sie ist geboren als Göttliche: Circe, Tochter der Nymphe Perse und des Sonnengottes Helios. Doch sie ist anders als ihre Geschwister. Circe ist launisch, temperamentvoll, leidenschaftlich…fast wie eine Sterbliche. Die Leiden der Menschen gehen ihr näher als die Belange der Götterwelt. Und so wird sie verbannt auf eine einsame Insel, wo sie mit Tieren, Pflanzen und den Kräften der Natur zu einer Zauberin wird.

Odysseus, Daidalos, der Minotaurus, Scylla, Medea und Penelope kreuzen den Weg der Magierin. Und sie muss sich entscheiden: Ist sie die sterbliche Frau voller Zorn, Liebe, Angst, Zerrissenheit, Sehnsucht  und Freundschaft oder will sie zu den Göttern gehören?

Zauberin, Verfluchte, Gefallene: Circe hat viele Namen bekommen. Dass sie sich mit heftigen, menschlichen Emotionen als Frau, Mutter und Liebende auseinandersetzen muss, hat sie von den Göttern getrennt. Selten wurde ihre Geschichte so nahbar, so neu und mutig erzählt wie von Miller. Wer sich für griechische Mythologie begeistert, hat ihr einen echten Schatz in den Händen. Ich empfehle das englische Original, da Circes Stimme in der Übersetzung ein wenig an Kraft verliert.

Die Rache des Auferstandenen von Jaakko Melentjeff

Finnland, Gegenwart: Im Hochsicherheitsgefängnis Hall im schwedischen Södertälje wurde ein afghanischer Häftling Opfer eines kaltblütigen Mordversuchs. Gleichzeitig setzt die Balkanmafia in Dubrovnik einen jungen Mann auf ihre schwarze Liste: Er ist verdächtig in einem schockierenden Dreifachmord. Und Reine Larsson, ein finnisch-schwedischer Rechtsanwalt, fällt in seinem Sommerhaus in Kyröskoski einem Schuss zum Opfer.

Was verbindet die drei Taten miteinander? Und wer sind der oder die Täter?

Håkan Holmström, Kriminalkommissar in Stockholm, Ermittlerin Paula Korhonen aus Tampere in Finnland und Kalle Nordin von der NORDSA, der operativen Einheit der skandinavischen Polizeibehörden, wollen das Rätsel lösen. Sie tauchen ein in eine Geschichte mit verheerenden Folgen…

Der zweite Roman des Autors aus Finnland: Mit NORDSA hat Melentjeff eine packende Geschichtenreihe begonnen, die perfekt ist für Herbst und Winter. Spannung, jede Menge Verwicklungen und ein Ende, das es in sich hat. Du kannst diesen zweiten Band auch lesen, wenn du den ersten Teil nicht kennst.

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