In den Straßen von Tokio:- Geheimtipps im Stadtteil Asakusa -


Japan! Eines meiner liebsten Reiseländer, es zieht mich nun schon zum zweiten Mal in das Land der aufgehenden Sonne. Nach einer fast vierwöchigen Rucksacktour 2016 sollte es nun noch einmal nach Tokio gehen, diesmal für eine ganze Woche. Hier zeige ich euch einen kleinen Ausschnitt aus der wahnsinnig spannenden Metropole und nehme euch mit in die Straßen von Tokio.

Es gibt ja schon jede Menge Blogartikel à la „10 Dinge, die man in Tokio gesehen haben muss“ – diese Listen helfen mir ungemein bei der Reiseplanung und ich nutze sie auch sehr gerne als Inspiration und Informationsquelle. Die Mega-Metropole Tokio erschlägt einen ja fast mit dem unglaublichen Angebot an Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Museen und kulturellen Highlights. Aber ich habe etwas anderes vor mit diesem Beitrag.

Restaurants, Kunsthandwerk und der Sensō-ji-Tempel in Asakusa

Der Sensō-ji-Tempel liegt in nur etwa 3 Minuten Gehweite von unserem kleinen Hotel im Stadtteil Asakusa. Der Tempel und die darauf zuführende Einkaufsstraße Nakamise-dori mit dem Kaminarimon-Tor findet sich auf jeder To-do-Liste und gilt als eines der Wahrzeichen und Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Tagsüber wimmelt es hier von vielen tausend Besuchern, es ist kaum ein Durchkommen im Gedränge. Ab etwa 18 Uhr lässt der Besucheransturm aber deutlich nach. Der Tempel wird toll beleuchtet und die ganze Atmosphäre ändert sich. 

 In den Gassen des Tempelviertels begibt man sich nun auf die Suche nach dem Abendessen, hier findet man unzählige Lokale und kleine Bars. Außerdem findet man an jeder Ecke kleine Stände mit Streetfood-Spezialitäten wie z.B. dem „Melon Pan“-Brot (ein lockeres süßes Gebäck, das mit Melone eigentlich überhaupt nichts zu tun hat), Taiyaki (Gebäck in Fischform mit einer Füllung aus roten Bohnen) und Eis mit Grüntee-Sesam-Geschmack.

Die ganze Gegend ist einer meiner Lieblingsorte in der Stadt: nicht so laut und kreischend neon-bunt wie die Stadtteile Shinjuku und Akihabara, nicht so teuer und schick wie Ginza und Roppongi, mit einer Mischung aus modernen Hipster-Cafés, traditionellen Sushi-Restaurants, Souvenirgeschäften und altmodischen kleinen Kunsthandwerksläden. Deshalb wollte ich auch hier unterkommen, anstatt in den beliebteren Hotelbezirken Shinjuku und Shibuya. Zum Abendessen und für Kneipentouren muss man hier nicht weit laufen und die zahlreichen Restaurants haben zwar meist auch eine englischsprachige Karte, allerdings überwiegen die einheimischen Gäste und japanischen Touristen.

Elektronik, Computertechnik und Anime in Akihabara

Eine völlig andere Seite von Tokio erlebt man im Viertel Akihabara, im Zentrum der „Otaku“- oder Nerd-Szene. Ein Elektronik-Kaufhaus reiht sich ans andere, hier bekommt man wirklich alles, was mit Elektronik, Computertechnik und Anime zu tun hat. Auch bei uns sind die japanischen Comics (Anime und Manga) ja populär und wir erkennen einige Charaktere wieder. Es gibt hier komplette Kaufhäuser, die sich diesem Thema gewidmet haben und Fanartikel wie Spielfiguren, Bettwäsche, Kleidung, Cosplay-Kostüme und Ähnliches verkaufen. Glücklich verschwinden meine drei männlichen Begleiter erst einmal in einem Laden, der Retro-Konsolenspiele und alte Gameboy-Spiele verkauft. In diesen Straßen ist die völlige Reizüberflutung angesagt, es blinkt, trötet, bimmelt überall. Zahlreiche Maid Cafés werben um Kundschaft. Die Kellnerinnen dort tragen Fantasieuniformen, legen Tanzeinlagen ein, singen mit den Kunden Karaoke und lassen sich mit ihnen fotografieren. All das kostet natürlich extra. Die Cafés versuchen sich thematisch voneinander abzugrenzen – wir sehen ein Grusel-Café, ein viktorianisches Café, ein Meerjungfrauen-Café und viele mehr. Nur wenige Schritte abseits dieses Trubels laufen wir wieder durch ruhige Straßen, vorbei an normalen Wohnhäusern, Tempeln und Schreinen.

Küchenkram aus Kappabashi Kitchen Town

Auf der Suche nach ein paar Mitbringseln wandern wir etwas ziellos durch die Straßen und landen an einem ziemlich tollen Ort: Kappabashi Kitchen Town. Dahinter verbirgt sich eine lange Einkaufsstraße, in der man wirklich alles rund um die Küche findet. Zahlreiche Geschäfte für Gastronomiebedarf, Restaurantfachhandel, japanische Messer und Küchenutensilien und vor allem unzählige kleine Läden mit Geschirr, Keramik und Süßigkeiten. In den Nebenstraßen hat man auch einen tollen Blick auf den Tokyo Skytree.

Küchenkram klingt erst mal ja nicht so spannend, aber wir verbringen hier tatsächlich mehrere Stunden. Das Angebot ist riesig und viele Dinge gibt es bei uns überhaupt nicht. Oft müssen wir rätseln, was für ein Utensil wir da gerade in der Hand halten. Meine Ausbeute am Ende: zwei Kaffeetassen, zwei Sets aus wunderschönen kleinen türkisen Keramikschalen, Süßigkeiten aus dem Großhandel, lustige Spiegeleiformen (Frosch und Katze) als Geschenk und zwei bestickte Geschirrtücher. Interessant fanden wir, dass hier auch die Plastiklebensmittel für die Restaurants hergestellt und verkauft werden. In Japan ist es völlig normal, dass in den Schaufenstern der Lokale die Menüs als Plastiknachbildung ausgestellt werden. Für uns Ausländer erleichtert das so manches Mal die Essensbestellung. Diese Plastikmodelle gibt es für jedes erdenkliche Essen und hier haben sich einige Geschäfte komplett darauf spezialisiert.

Tokio ist eine meiner Lieblingsstädte und man kann hier gut eine Woche verbringen. Es gibt natürlich noch viel, viel mehr zu sehen!

Was sind eure Highlights und Tipps für Tokio?

Schreibt es doch mal unten in den Kommentaren!

Wollt ihr noch mehr über Tokio lesen?

Karo war ebenfalls dort und gibt euch weitere Tipps in ihrem Artikel „Insidertipps für Tokio: Das erwartet dich in Japans Hauptstadt“.

Folgt ihr waiting is happiness schon auf Social Media?

Nein? Dann wird es Zeit. Hier geht es zu FacebookTwitter und Instagram.