Der Biss des Hundertfüßlers- Was nach einer Begegnung mit dem fiesen Skolopender zu tun ist -


Wenn er könnte, würde er euch ohne mit der Wimper zu zucken töten. Kann er aber nicht, weil er weder Augenlieder noch Wimpern hat. So unscheinbar der Skolopender auch ist – er hat es in sich und ist zudem in tropischen Ländern noch sehr verbreitet. Was also ist zu tun, wenn man gebissen wurde?

Das erste Mal entdeckte ich einen Hundertfüßler auf Martinique. Nach einem heftigen Regenguss hatte er es sich unter unserer Fußmatte gemütlich gemacht. Klar, schließlich liebt er es dunkel und feucht und versteckt sich gerne in winzigen Spalten.

In Kenia jagte er mir einen ordentlichen Schrecken ein, als er sich aus seinem fiesem Hinterhalt beim Öffnen unserer Badezimmertür todesmutig hinabstürzte und mich nur um ein Haar verfehlte.

Zugebissen hat er dann erst in Mauritius. Und das ist wirklich unangenehm. Denn sein Biss ist schmerzhaft und führt zu unangenehmen Schwellungen, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und manchmal sogar zu Lähmungserscheinungen in den betreffenden Extremitäten.

Die gute Nachricht aber ist: Der Biss tut zwar höllisch weh – wenn man aber nicht gerade allergisch gegen das Mistvieh ist, dann geht man zumindest langfristig gesehen ziemlich unbeschadet aus der Nummer heraus.

Was muss ich über den kleinen fiesen Skolopender wissen?

Auf Beutezug geht der Hundertfüßer vor allem nachts, deshalb sollte man in den Tropen im Dunkeln niemals barfuß ohne Taschenlampe durch die Wohnung streifen. Besonders fies: Ähnlich wie bei so mancher Schlange kann man nämlich nicht darauf hoffen, dass er Angst bekommt und sich zurückzieht. Stattdessen reagiert er sogar extrem angriffslustig und aggressiv und überwältigt seine Beute, indem er sich regelrecht ins Gewebe verbeißt. Dabei ist er leider auch noch sehr flink und wendig, so dass er mit seinem Angriff eine recht hohe Erfolgsquote hat.

Was soll ich tun, wenn ich einem Hundertfüßer begegne?

Wer einen Hundertfüßler entdeckt, sollte ihn deshalb auf keinen Fall mit der Hand berühren. So schnell, wie der sich umdreht und zubeißt, könnt ihr gar nicht gucken! Töten – und wer mich kennt weiß, dass ich nicht einmal bei einer Mücke zuschlagen kann und dies sehr ungern schreibe – solltest du ihn trotzdem. Denk dran: Er würde das gleiche mit dir tun, wenn er könnte. Am besten nimmst du dafür einen stumpfen Gegenstand und schlägst ihm ein paar Mal kräftig auf den Kopf – du wirst erstaunt sein, wie lange es dauert, bis er aufgibt.

Was muss ich tun, wenn er dennoch zugebissen hat?

  • Erst einmal Ruhe bewahren: Für die meisten gesunden erwachsenen Menschen sind die Folgen nicht kritisch. In der Tat gab bisher lediglich zwei (unbestätigte) Todesfälle – aber du wirst den Hundertfüßler ja nicht gegessen haben, oder? Kindern, älteren und geschwächten Menschen wird dennoch geraten, einen Arzt aufzusuchen. Und bis dahin?
  • Die Wunde sollte unbedingt sofort mit heißem Wasser abgespült und desinfiziert werden, da der Biss anderfalls zu starken Infektionen führen kann.
  • Heiße Kompressen oder ein „Bite away“-Stichheiler helfen, die Schmerzen zu lindern: Das Gift ist nämlich sehr wärmeempfindlich und wird bei über 45°C zerstört.
  • Werden die Symptome nicht besser, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen!

Hast du auch schon Erfahrungen mit dem fiesen kleinen Teufel gesammelt und weitere Tipps parat? Dann lass gerne einen Kommentar da!