Elefanten, Giraffen, Nilpferde, Affen ...- Auf Safari im Tsavo East National Park -


Was war dein schönstes Reise-Erlebnis? Seit September habe ich auf diese Frage eine neue Antwort! Eine Safari im Tsavo East National Park. Inklusive der Übernachtung im Satao Camp.

Gigantisch! Das ist das einzige, was mir einfällt, als wir – kaum hinter dem Eingang des Tsavo East National Parkes – drei riesige Giraffen entdecken! „Es ist sehr unüblich, dass die Tiere so nah an den Rand des riesigen Areals kommen“, sagt Charles, unser Guide für die kommenden zwei Tage.

Wer in Afrika lebt, der kann sich eine Safari natürlich nicht entgehen lassen. Das haben auch wir uns gedacht und für unser letztes Wochenende in Kenia einen Ausflug nach Tsavo East geplant.

Schon beim Buchen habe ich gemerkt, dass sich meine Ansprüche an eine Safari scheinbar deutlich von denen anderer Touristen unterscheiden. Denn die Touranbieter, denen wir im Vorfeld einen Besuch abgestattet hatten, wollten uns alle mit demselben Programm locken: Tag 1. Abfahrt um 6 Uhr an der Unterkunft, dann erst einmal frühstücken in einem nahegelegenen Restaurant. Weiterfahrt zum Nationalpark und zum Camp. Mittagessen. MITTAGSSCHLAF!!! Danach: Zweistündige Safari-Tour. Und Abendessen, na klar, es soll ja keiner verhungern. Tag 2: Frühstück. Zweistündige Safari-Tour. Heimfahrt. Mir schmeckt das nicht – im wahrsten Sinne! Ich habe den Eindruck, dass es bei diesen Gruppentouren vor allem ums Essen und Schlafen geht und auch der angebotene Privatpool, der zu jedem Zimmer gehört, will mich nicht recht überzeugen. Ich möchte schließlich Tiere sehen und Abenteuer erleben.

Nun muss man dazu wissen, dass ein Tagesticket für den Nationalpark in Kenia im Vergleich zu anderen Ländern recht teuer ist: 104 Dollar zahlen wir pro Person. Nach 24 Stunden müssen wir wieder am Ausgang sein – erlebt wird, was zwischendurch passiert.

Um unser Programm also weitestgehend selbst bestimmen zu können, buchen wir kurzerhand eine private Tour, bei der wir mit einem Landrover fahren und unseren ganz eigenen Fahrer und Guide bekommen. Den vergleichsweise geringen Aufpreis ist uns dies – auch im Nachhinein betrachtet – allemal wert.

Zurück im Park: Wir fahren weiter und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Emus, Geparden und Pumba, das dicke Warzenschein aus dem König der Löwen, kreuzen unsere Wege, auf denen wir uns immer tiefer in den Park begeben. Wir sind erstaunt, wie unterschiedlich die Landschaft hier ist, hatten eine karge Wüste erwartet, wo sich in Wahrheit riesige rote Erdflächen mit grünen Oasen abwechseln. Dass es in den Tagen zuvor geregnet hat, ist Glück und Pech zugleich! Die Flüsse und kleinen Seen sind jetzt voller Wasser und die Pflanzen sprießen in frischen Farben. Dafür sind die Tiere – allen voran die Elefanten – weniger durstig und haben sich ins Hinterland verzogen.

Plötzlich hüpft ein Pavian vors Auto – was für eine Ulknudel. Unser Fahrer geht in die Bremsen, während sich das Äffchen auf einen Stein verzieht und die Aussicht genießt.

Bei all den vielen Eindrücken verliere ich gänzlich das Gefühl für die Zeit. Unser Ziel für die Mittagsrast ist das Satao Camp, das auch unsere Unterkunft für die Nacht sein wird. Jeder, den wir in den vergangenen Wochen nach Tipps für die Safari gefragt hatten, hatte uns genau dieses Camp ans Herz gelegt. Als einzige Unterkunft in der Gegend hat sie keine Zäune, so dass die Tiere den ganzen Tag (und die ganze Nacht) durchs Camp ziehen können. Wie aufregend! Kein Wunder, dass wir uns unser Mittagsbuffet mit ein paar kleinen Äffchen teilen, die besonderen Gefallen am Ketchup finden.Und schon geht es weiter! Unser Fahrer hat verstanden, dass wir hier sind, um etwas zu erleben, und kann unsere Ansprüche voll und ganz erfüllen. Über Funk steht er im Kontakt zu den anderen Guides im Park und bekommt von ihnen Tipps, wo sich gerade welche Tiere aufhalten. Ich bin fasziniert, wie er bei diesen vielen verschlungenen Wegen den Überblick behalten kann.Wenn neben uns eine Elefantenfamilie auftaucht, hält er an, damit wir die tollen Tiere ganz aus der Nähe beobachten dürfen. Aussteigen ist in diesem Park übrigens nicht erlaubt – zum Schutz der Tiere und der Menschen! Dann wieder müssen wir uns festhalten, wenn es im Affenzahn über Stock und Stein geht. Unser Fahrer weiß, dass ganz in der Nähe zwei Löwen am Wegesrand chillen. Als wir ankommen liegen sie tatsächlich ganz gelassen im Schatten eines Baumes. Wir erfahren, dass die Löwin für das Organisieren der Beute zuständig ist, während der Löwenmann vor allem schläft. Was für ein Leben! Und so macht sie sich auch schon bald auf den Weg und unser Fahrer gibt wieder Gas – er weiß genau, wohin sie laufen wird. Wir brettern über Stock und Stein, bis wir bei einer Büffelherde ankommen. In der Ferne sehen wir die Löwin in Lauerstellung, ahnen bereits, was nun gleich passieren wird. Am Ende aber wird sie leer ausgehen.Und während am Horizont die Sonne bereits untergeht, unternehmen wir noch eine Tour zu den Giraffen, die nun am Abend friedlich die Blätter von den Bäumen abkauen. Es ist Abendbrotzeit – und gleich auch für uns!

Zurück im Camp ist es bereits dunkel und wir dürfen uns nicht mehr allein dort bewegen. Also nehmen wir auf unserer Terrasse Platz und entdecken ein paar Nilpferde an der Wasserstelle vor unserem Camp. Drei Lichtsignale mit der Taschenlampe, dann holt uns ein Mitarbeiter zum Abendbrot ab. Zugegeben, ein bisschen genießen wir den Luxus schon, denn nach mittlerweile mehr als vier Monaten in Afrika bekommen wir hier im Nirgendwo Essen, an das wir uns schon fast gar nicht mehr erinnern konnten und das wir nun auf unserem Tischgrill selber zubereiten.

Eigentlich ist dieser Ort natürlich viel zu schön, um in der Nacht überhaupt ein Auge zuzumachen. Doch die aufregenden Erlebnisse vom Tag fordern ihren Tribut. Kurz vor dem Wegnicken höre ich noch wildes Getrampel, eine Horde „Irgendwas“ düst unmittelbar am Zelt vorbei.

Am nächsten Morgen starten wir früh, schließlich wollen wir unbedingt noch Nashörner und Leoparden sehen. Unser Fahrer begrüßt uns schon beim Frühstück mit den Worten, dass wir schnell starten müssen. Über Funk habe er erfahren, wo sich die Wildkatzen aufhalten. Doch auf die müssen wir heute verzichten, sie sind einfach zu schnell für uns. Stattdessen besuchen wir noch einen Fluss, an dem giftgrüne Krokodile relaxen und eine Horde Nilpferde einfach nur so herumsteht. Was für gigantische Tiere.Als wir den Park gegen Mittag wieder verlassen, sind wir uns einig, dass dies nicht unsere letzte Safari war. Wenn wir im Januar zurück in unsere zweite Heimat kommen, wollen wir auf jeden Fall noch einmal los.

Habt ihr Tipps für mich, was wir uns nicht entgehen lassen sollten? Dann schreibt sie gerne in die Kommentare!