Langzeitprophylaxe Malaria- Wie schützt man sich am besten bei längeren Aufenthalten? -


Als wir beschlossen haben, dass wir für mehrere Monate auf dem afrikanischen Kontinent leben wollen, mussten wir uns zwangsläufig auch mit einem Thema beschäftigen, dass wir – wie die meisten Menschen – lieber umgangen hätten: Malaria. Welche Mittel gibt es, um sich vor der tödlichen Krankheit schützen, für die es bis heute keine flächendeckende Impfung gibt?

Was ich im Folgenden schreibe, ist total subjektiv und jeder sollte zu dem Mittel des Mückenschutzes greifen, das er für sinnvoll und hilfreich erachtet. Das schicke ich vorweg, bevor ich mich jetzt mal kurz über die Tropenbesucher amüsiere, die ich regelmäßig in der Warteschlage am Flughafen vor mir sehe: An ihrer beigen Outdoorhose und dem gleichfarbigen weiten und langärmligen Leinenhemd (gerne garniert mit einem entsprechenden Tropenhut) sehe ich ihnen sofort an, dass sie die Ratschläge im Reiseführer in Bezug auf den Mückenschutz akribisch befolgen. Aber hey, ich lebe langfristig in den Tropen und habe wenig Interesse daran, täglich wie auf einer Dschungeltour gekleidet zu sein. Da muss es doch noch andere Möglichkeiten geben?

Anti Brumm, Autan und Nobite

So genannte Repellentien sind natürlich das Mittel der Wahl. Sie werden direkt auf die Haut aufgetragen und schützen je nach Konzentration für einige Stunden vor den lästigen Biestern. Wie sie wirken? Nun, sie überdecken den eigenen Körpergeruch (zuweilen mit einem echt unschönen Eigengeruch) und halten damit die Mücken fern. Früher glaubte ich der landläufigen Meinung, dass man das Mückenspray am besten direkt auf der Reise und vor Ort kauft. Inzwischen weiß ich, dass alle Repellentien auf ganz wenigen Inhaltsstoffen basieren, so dass es völlig schnuppe ist, ob du dein Mückenspray aus Schweden auch in Thailand zum Einsatz bringst – vorausgesetzt, dass es auch für tropische Gebiete gemacht ist. Und hier scheiden sich bereits viele Geister von meinem.

DEET und Saltidin

Denn der Wirkstoff, der nahezu uneingeschränkt für tropische Gebiete empfohlen wird, heißt DEET. Jedoch ist die Wirkweise ziemlich umstritten und wer ein bisschen googelt, stößt schnell auf eine lange Liste an Nebenwirkungen, die vor allem bei einem Langzeitgebrauch einsetzen.

Als das Spray dann auch noch die Beschichtung meiner Sonnenbrille angegriffen hat, war es für mich engültig an der Zeit, mich auf die Suche nach Alternativen zu begeben. Dabei bin ich auf den Wirkstoff Saltidin gestoßen. Der ist weit verträglicher, wird aber vor allem für deutsche Gebiete und weniger für die Tropen empfohlen. Nach nunmehr drei Monaten in Tansania und Kenia kann ich aber zu Recht sagen: Test bestanden. Für mich ist Saltidin auf jeden Fall der Wirkstoff der Wahl, den ich DEET um Längen vorziehe.

Als Teilzeit-Öko wären mir natürliche Inhaltsstoffe wie Citronella und Kokosöl selbstverständlich noch viel lieber gewesen, aber die haben den Praxistest leider gar nicht bestanden. Vielleicht ist ihr Einsatz in den Tropen aber auch wirklich ein bisschen viel verlangt!

Was gibt’s noch?

Mückenspirale und Verdampfer

Ihren Einsatz sehe ich kritisch. Gut, momentan nutze ich zumindest die Spirale jeden Tag, aber das liegt daran, dass wir keine Glasscheiben in den Fenstern haben und deshalb einen konstanten Luftaustausch im Raum haben. Ansonsten brauche ich keine Fachaufsätze lesen, um zu wissen, dass die Gase ganz schön auf die Lunge schlagen und in geschlossenen Räumen besser nicht verwendet werden sollten. Mein Fazit: Mit Vorsicht zu genießen!

Prophylaxe in Tablettenform: Malarone und Doxycyclin

Wer wie ich in einem Gebiet lebt oder reist, in dem über 85 Prozent der Malaria Fälle der gefährlichen Malaria Tropica entsprechen, die unbehandelt bei uns nicht-immunen Europäern häufig tödlich verläuft, und es dazu noch ein hohes Risiko für diese Erkrankung gibt, sollte sich auch mit ein bisschen Medizin vertraut machen.

Das deutsche Tropeninstitut hat eine super Liste veröffentlicht, auf der ihr alle gängigen Prophylaxe-Medikamente findet.

Prophylaxe vs. Stand-by

Die meisten, die ich auf meinen Reisen bisher getroffen habe, hatten Malarone im Gepäck – entweder als Stand-by-Medikament oder zur Prophylaxe. Stand-by bedeutet, dass du das Medikament immer bei dir trägst und dann einnimmst, wenn du erste Symptome bemerkst. Übrigens gibt es auch Malaria-Schnelltests, die aber laut Experten nicht immer zuverlässig wirken. Deshalb solltest du dich in jedem Fall schnellstmöglich an ein Krankenhaus begeben, wenn du erste Symptome bei dir feststellst.

Prophylaktisch nimmst du ein Medikament immer dann, wenn wie hier an Kenias Küste das Risiko einer Erkrankung besonders groß ist. Um an dieser Stelle gleich mal mit einem Missverständnis aufzuräumen: Das Risiko, Malaria zu bekommen, wird durch deine Tabletteneinnahme nicht geringer, aber der Krankheitsverlauf deutlich milder. Was bei einem ansonsten häufig tödlichen Ausgang doch ziemlich viel wert sein kann.

Nun willst du auch noch wissen, für welches Medikament ich mich entschieden habe? Nach langer Recherche ist die Wahl auf das von der WHO empfohlene Medikament Doxycyclin gefallen. Dieses ist allerdings in Deutschland zur Malariaprophylaxe nicht zugelassen – ich selbst habe es mir deshalb in Dominikanischen Republik besorgt. Im Gegensatz zu anderen gängigen Prophylaxe-Medikamenten, bei denen die Nebenwirkungen vor allem die Psyche betreffen, schlägt Doxycyclin einigen Menschen auf den Magen oder macht ihre Haut für die Sonne empfindlicher. Ich habe beides noch nicht festgestellt. Außerdem ist es bedeutend günstiger, was für mich bei einer so langen Einnahme auch ein Faktor (wenn auch nicht der alleinige) war.

Und nun bist du dran: Was spricht für dich für – was gegen eine Malariaprophylaxe? Kennst du vielleicht noch einen geheimen Trick, den ich unbedingt probieren sollte, um die Mücken loszuwerden? Schreib mir das gerne in die Kommentare!